Shettland-Schaf trifft Tussahseide

Ein wahrer Traum – von Anfang bis Ende! Ich finde ja, dass diese Mischung schon als Kammzug herrlich aussieht. Das dunkle Braun vom Shettland-Schaf vermischt mit dem milden Weiß der Tussahseide. Schöne naturbelassene Mischung! Auch wenn gar nicht sooo viel Seide in dieser Mischung enthalten ist, hat das Garn am Ende einen recht gleichmäßigen seidigen Schimmer. Aber von Anfang an:

shetland-u-tussah-fertig-gesponnen

 

 

Ich habe das Garn im kurzen Auszug bei einer Umsetzung von 8:1 versponnen. Das hat wunderbar geklappt. Dieser Kammzug (erworben bei Das Wollschaf) lässt sich wirklich wunderbar verspinnen und ist dabei zwar nicht so extrem weich wie Merino, aber trotzdem kuschelig und nicht kratzig.

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Verspinnen habe ich es Navajoverzwirnt in einer Umsetzung von 5:1. Dabei entsteht ein dreifädiges Garn, welches viel runder wirkt, als simpel zweifach verzwirntes Garn. Man arbeitet dabei in etwa so wie bei Luftmaschen beim Häkeln. Man bildet eine Schlaufe, durch das der Faden immer wieder zur nächsten Schlaufe gezogen wird und gleichzeitig verdreht man die Fäden miteinander. Dafür braucht man nur einen Faden, der in dieser Technik mit sich selbst dreifach verzwirnt wird.

shetland-u-tussah-verzwirnt

shetland-u-tussah-auf-der-haspel

 

 

 

 

 

Nun wird das Garn noch gehaspelt mit der Kreuzhaspel, da diese so schön handlich ist. Am Ende binde ich das Garn immer an 4 Stellen ab, damit die Stränge nicht mehr so leicht auseinderfallen können.

 

 

 

 

Damit das Garn nun auch verwendet werden kann, hat es sich noch ein Entspannungsbad verdient. Dabei setzt sich der Drall in den Fasern fest und es dreht sich auch nach dem Abschneiden nicht wieder auf. Das kann man mit der Herstellung von Locken beim menschlichen Haarschopf vergleichen. Würde man die Lockenwickler einfach nur in trockenes Haar wickeln, würden die Locken nicht sonderlich lange halten. Macht man das ganze mit feuchtem Haar, hält das schon wesentlich länger. Das gleiche Prinzip gilt auch bei den Fasern vom Schaf. Ich setze dabei immer einen Topf Wasser auf und drücke die Wolle schon in das kalte Wasser bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Danach erhitze ich so lange, bis ich grad nicht mehr ins Wasser fassen kann, ohne mich zu verbrennen. Nun schalte ich den Herd aus, setze den Deckel drauf und lasse es über Nacht abkühlen. Am nächsten Tag wird die Wolle dann ausgewrungen und geschleudert.

Nach dem Baden muss das Garn dann nur noch trocknen und schon ist das Garn fertig. Mal schauen, was sich aus den 100g Shettlandfasern vermischt mit Tussahseide herstellen lässt. 😉

4 Gedanken zu „Shettland-Schaf trifft Tussahseide

      1. Das kenne ich! Manches Garn muss ruhen, bis die richtige Idee kommt.
        Ich bin bei manchen Garnen auch sehr geizig, weil sie mir für ein schnelles Zwischendurchprojekt auch zu schade sind.
        Ich habe noch eine Merino-Seide Mischung und passende Gotland-Wolle, beides schon versponnen, die auf ihr Projekt noch warten.

        Gefällt 1 Person

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