Ansaaterde selber machen

Seit langem kommt nun also wieder mal ein Gartenthema von mir. So manch einer hat ja schon darauf gewartet, ist dieses Thema auf meinem Blog doch etwas eingeschlafen. Schande auf mein Haupt!

Nun. Warum will man Ansaaterde selber machen? Dafür habe ich mehrere Gründe:

  1. Mein Partner und ich versuchen seit einem dreiviertel Jahr in etwa so viel Plastik im Alltag einzusparen wie irgendwie möglich. Da man Erde gewöhnlich in Plastiksäcken kauft, wollen wir also auch das umgehen.
  2. In handelsüblicher Ansaaterde ist Torf enthalten. Um Torf zu gewinnen, werden große Flächen von Moorlandschaften unwiderruflich zerstört. Moore sind ein ganz eigener wichtiger Lebensraum. Je mehr davon zerstört und trockengelegt wird, desto mehr Lebensraum wird zerstört. Das möchte ich nicht weiter unterstützen.
  3. Weil normaler Humus nicht wirklich funktioniert. Ich habe es probiert. Mit sehr schlechtem Erfolg. Wir haben einen sehr lehmhaltigen Boden. So ist auch die Humusschicht recht fest. Zu fest für junge zarte Wurzeln. In der normalen Erde sind außerdem viele Organismen enthalten, die den Wurzeln und jungen Pflanzen noch zusätzlich schaden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe mich also dieses Jahr daran gemacht, meine eigene Ansaaterde herzustellen.

Wie sich rausstellte, ist das überhaupt kein Hexenwerk. Die Grundzutaten habe ich bei uns auf dem Hof gefunden. Ich habe nur  noch ein paar Zutaten bestellt, die die Erde zusätzlich noch verbessern.

Zutaten für Ansaaterde

Für Ansaaterde braucht man:

  • 1/3 nicht zu grober Sand
  • 1/3 gut abgelagerter, fein gesiebter Kompost
  • 1/3 normaler Humus/ lockere Gartenerde (hier lohnt es sich etwas tiefer zu graben oder Erde von den Maulwurfhügeln zu verwenden, weil da keine Samen mehr enthalten sind)

Zusätzlich könnt ihr verwenden:

  • Perlit-Granulat 2-6 mm
  • Urgesteinsmehl
  • Algenkalk

Den Sand, Kompost und die Erde gut miteinander vermischen. Anschließend das Gemisch in eine alte Back- oder Auflaufform geben und im Backofen bei 120°C für ca. 45 Min sterilisieren. So werden viele Mikroorganismen abgetötet, die den Samen und jungen Wurzeln schaden können.

Gemischte Erde in Backform

Nach dem Abkühlen kann man die zusätzlichen Zutaten, wenn man möchte, untermischen. Ich habe mich hier für das Perlit-Granulat und das Urgesteinsmehl entschieden.

Das Perlit-Granulat ist ein Gesteinsgranulat, welches durch Hitzeeinwirkung aufgepufft wurde. Es lockert die Erde auf und speichert zusätzlich Wasser, welches es nach und nach an die Umgebung abgibt.

Das Urgesteinsmehl ist ebenfalls sehr saugfähig und versorgt die jungen Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen.

Erde im Backofen

Wenn also alles gut vermischt, sterilisiert und abgekühlt ist, steht dem Ansäen nichts mehr im Wege!

Habt ihr eigentlich schonmal Ansaaterde selbst gemacht?

Liebe Grüße

Eure Steffi

2 Gedanken zu „Ansaaterde selber machen

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