Baccalaolua – oder wie man eine norwegische Anleitung nachstricken kann

Vielleicht habt ihr schon mitbekommen, dass ich manchmal ein klein wenig verrückt bin. Gut. Ein klein wenig ist vielleicht auch maßlos untertrieben. ^^ Auf jeden Fall habe ich mich mal wieder an eine ungewöhnliche Anleitung gewagt. Ungewöhnlich vor allem auf sprachlicher Ebene, denn die Anleitung an sich war doch recht simpel gehalten.

Ich habe mich auf Ravelry einfach in die Anleitung der Kindermütze ‚Baccalaolua‚ verliebt und wollte die unbedingt für den Knirps stricken. Einziger Knackpunkt: Diese Anleitung gibt es nur auf norwegisch. Problem dabei: Ich kann kein Wort norwegisch. Hat mich das aufgehalten? Natürlich nicht! Ich liebe Herausforderungen. Und da ich schonmal Stulpen mit einer dänischen Anleitung gestrickt habe und ich ebenfalls kein Wort dänisch spreche, wusste ich, dass das funktionieren wird.

Baccalaolua fertig

Also habe ich mir erst einmal geeignete Übersetzungs-Tools gesucht. Das ist ja hier erstmal das erste, was man braucht. Nun ist Stricksprache ja in jeder Sprache immer etwas anders als die normale gesprochene Sprache. Einfach Google-Übersetzer zu verwenden hilft einem also nur bedingt weiter. Zum Glück gibt es da ein tolles kostenloses Angebot von Drops: Nämlich eine Wörterliste für nahezu jede Sprache! Ich habe daher mit der Liste Deutsch-Norwegisch gearbeitet. Damit habe ich mir zu allererst die Legende, in der die Strickbegriffe und Abkürzungen erklärt werden, übersetzt.

Mir hilft es hier übrigens, die Anleitung ausgedruckt vor mir liegen zu haben. Da schreib ich mir die grobe Übersetzung dann direkt drauf und brauch nicht jedes Mal aufs neue suchen. Ich bin da ohnehin old school und stricke nur mit ausgedruckten Anleitungen. Ich werfe diese aber nach Beendigung des Projektes nicht weg, sondern lege sie ordentlich sortiert in einem Ringordner ab. Da kann ich sie mir jederzeit wieder rausholen, wenn ich ein Projekt erneut stricken will.

Baccalaolua Kilauea

Aber zurück zur Übersetzung. Sobald ich mir die Legende und die wichtigsten Strickbegriffe übersetzt hatte, ging es also an die ausgeschriebene Anleitung. Und da habe ich tatsächlich den Google-Übersetzer zu Hilfe genommen. Aber hier muss man wirklich ein wenig mit Verstand arbeiten. Denn Google wirft einem da oft schon ganz schönen Mist raus, der wortwörtlich wenig Sinn ergibt. Oft sind das noch nicht mal richtige deutsche Sätze. Aber wenn man etwas querdenkt und mit ein wenig Strickerfahrung kommt man in der Regel ganz gut zurecht. Logisches Denken hilft hier wirklich gut weiter. Und natürlich muss man auch beachten, dass Google die Strickbegriffe oft falsch übersetzt. Zum Beispiel wurde der norwegische Begriff ‚rett‘ für rechts stricken mit glatt übersetzt. Ihr seht, ein bisschen Mitdenken hilft auf jeden Fall.

Aber natürlich geht auch bei mir beim Nachstricken oftmals was schief. So habe ich beim ersten Stricken der Mütze erst ganz zum Schluss kapiert, dass ich beim Krausrechts-Teil der Mütze zur größeren Nadelstärke wechseln hätte sollen. Joa. Shit happened. Und da ich schon fast fertig war, hatte ich keinen Bock, nochmal alles aufzumachen. Die erste Mütze ist zugegeben etwas klein geraten, aber zur Not passt die dann eben mal einer Puppe oder einem Kuscheltier. Who cares?!

Baccalaolua Herbstblätter

Die kleinere Mütze habe ich übrigens wieder aus dem Februar-Abo-Strang von meiner lieben Freundin Kraken Yarns gestrickt. Das Abo drehte sich um das Thema ‚The floor is lava‘. Daher ist jeder Abostrang nach einem Vulkan benannt. In diesem Fall handelt es sich um den Vulkan ‚Kilauea‘. Aus dem gleichen Garn habe ich auch schon den Hosenmatz Kilauea gestrickt.

Nachdem die erste Mütze ja ein wenig schief gelaufen ist, wollte ich die Mütze gleich noch einmal stricken. Daher habe ich mir einen Strang meiner ColourEco in der Farbe ‚Herbstblätter‘ geholt. Die ColourEco besteht aus 100% Wolle und hat damit keinen Kunstfaseranteil. Sie ist angenehm weich und schön warm. Genau das richtige für kleine Babys. Und siehe da, wenn man die richtigen Nadelstärken an den richtigen Stellen benutzt, wird die Mütze auch groß genug. 😉

Wenn du nun Lust hast, diese Mütze nachzustricken, dann trau dich ruhig! Es ist am Ende kein Hexenwerk! Und außerdem ist es Gehirntraining und hält die Nervenbahnen im Gehirn aktiv. Bessere Vorbeugung für Demenz gibt es nicht. Also nur Mut! Und wenn du Probleme hast, dann kannst du dich gerne bei mir melden. Ich habe das Geheimnis dieser Anleitung ja nun schon entschlüsselt. 😉

Liebe Grüße

Eure Steffi

Verlinkt mit Creadienstag, DvD, Lieblingsstücke und Caros Fummeley

11 Gedanken zu „Baccalaolua – oder wie man eine norwegische Anleitung nachstricken kann

  1. Servus Steffi!
    Um sein Ziel zu erreichen, benötigt man den Willen und den Kampfgeist. Und beides hast du offensichtlich. Danke fürs Zeigen der Mützen beim DvD und liebe Grüße!
    ELFi

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  2. Liebe Steffi – nur eine kleine Anmerkung zu deinem Übersetzungsproblem – für Österreich stimmt die Übersetzung mit „glatt“ wir stricken glatte und verkehrte Maschen (also re und li) schon ein bisschen verrückt😉 lg Sabine

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Steffi,
    da hat sich die Mühe sich aber gelohnt. Schön sind sie geworden. Beide. Und wenn keine Übersetzung funktioniert, dann hilft vllt auch einfach etwas „Freestyle“. Kein Problem für Profis wie uns 😅 das gute ist, es kann keiner hier eventuelle Fehler nachvollziehen, außer er kann Norwegisch! Aber danke für deinen Erfahrungsbericht. Ich habe Anleitungen in anderen Sprachen außer deutsch und Englisch immer links liegen lassen, weil es mir zu müßig war. Vielleicht muss man einfach mal anfangen! 👍🏻
    Liebe Grüße
    Anma

    Gefällt 1 Person

    1. Huhu,
      da geb ich dir Recht. Ein wenig mogeln ist immer erlaubt! 😁😁
      Probier es gerne aus. Mir macht das unheimlich viel Spaß und am Ende ist es gar nicht so schwer. Manches kann man sich dann auch gut logisch herleiten. 😉
      Lg, Steffi

      Gefällt 1 Person

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