Fiber Fact Friday Nr. 7: Kompostierbarkeit von Wolle

Wolle ist ein Wunder der Natur. Es ist unheimlich vielseitig einsetzbar und bringt dabei viele tolle einzigartige Eigenschaften mit. Einige davon habe ich bereits für dich näher erleutert. Wenn du mehr erfahren magst, dann klick gerne auf einen der folgenden Beiträge:

Bei all den tollen Funktionen, die die Wolle mit sich bringt, stellt sich jedoch immer auch folgende Frage: Wie nachhaltig ist Wolle eigentlich? Und damit verbunden auch die Frage, nach deren Rückführung in den natürlichen Kreislauf von Produktion und Abbau. Um nun aber herauszufinden, ob Wolle kompostierbar ist, müssen wir erst einmal ein paar Begriffe klären. Was heißt denn nun eigentlich biologisch abbaubar oder kompostierbar?

Was heißt ‚biologisch abbaubar‘?

Ein Material ist biologisch abbaubar, wenn Mikroorganismen unter anaeroben oder aeroben Bedingungen in der Lage sind, besagtes Material in seine elementaren Bestandteile aufzulösen. Als elementare Bestandteile versteht man hier Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Methan, Biomasse und weitere Mineralien.

Ob ein Material biologisch abbaubar ist, hängt dabei nicht von seiner Rohstoffbasis ab, sondern von seiner chemischen Struktur. Ein ursprünglich natürliches Material kann also in seiner Verarbeitung chemisch so verändert werden, dass es nicht mehr biologisch abgebaut werden kann. So ist Wolle eben nicht gleich Wolle.

Hierbei kommt es nicht darauf an, in welchem Zeitraum, etwas abgebaut werden kann. Wichtig ist nur, dass es sich vollständig zerlegen lässt. Kann etwas nicht vollständig biologisch abgebaut werden, so wird dieses Material mit der Zeit in immer kleinere Fragmente zerfallen. Ohne komplett zu verschwinden. Dies kann zu erheblichen Belastungen in der Umwelt führen. Beispiele sind hierfür Polypropylen oder Polyethylen. Du hast sicherlich schonmal den Begriff des Mikroplastiks gehört. Das ist genau so ein winzig kleines Fragment, welches sehr viel Schaden in der Natur anrichtet.

Allerdings ist dieser Begriff nicht einheitlich definiert. Und da dieser Begriff so schwammig ist, sollte eigentlich immer angegeben werden, unter welchen Umweltbedingungen der Abbau stattfinden sollte.

Was versteht man unter ‚Kompostierbarkeit‘?

Du fragst dich jetzt sicherlich, ob der Begriff ‚kompostierbar‘ nicht das gleiche meint wie ‚biologisch abbaubar‘. Aber so einfach ist es wie immer nicht. Die Kompostierbarkeit beinhaltet zwar, dass das Material biologisch abgebaut werden kann. Der Begriff geht aber in seiner Definition noch weiter.

Hierbei ist natürlich wichtig zu unterscheiden, ob wir vom heimischen Gartenkompost oder von der industriellen Kompostieranlage sprechen. Letztere bringt nämlich viel mehr Vorgaben mit sich und der Einfachheit halber, werde ich auch nun nur auf die Bedingungen in der industriellen Kompostierung eingehen.

Kompostierung im Allgemeinen meint den Zersetzungsprozess organischen Abfalls über mikrobielle Verdauung zur Gewinnung von Kompost. Dabei ist vor allem in der industriellen Kompostieranlage wichtig, dass dies in einem festgelegten Zeitrahmen von max. 3 Monaten geschieht. Wichtig ist auch, dass keine umweltschädlichen Reststoffe hinterlassen werden dürfen.

Ist Wolle nun kompostierbar oder nicht?

Ja unter all diesen Definitionen stellt sich nun die Frage: Ist Wolle nun kompostierbar oder nicht? Nunja, dass die Frage nicht ganz so einfach zu beantworten ist, hast du sicherlich schon bemerkt.

Wenn die Wolle komplett naturbelassen ist, dann ist sie zu 100% biologisch abbaubar und auch kompostierbar.
Es wäre zu einfach, wenn wir hier jetzt einen Haken dahinter setzen könnten, oder?

Aber natürlich ist es nicht so einfach. Denn in den seltensten Fällen bleibt die Wolle so naturbelassen, wie sie vom Schaf kommt. Von verschiedenen Mischungen mit anderen Textilien mal abgesehen, wird Wolle häufig auch auf verschiedene Arten chemisch behandelt. Eine Behandlung davon ist Superwash. Was das ist, kannst du gerne hier nachlesen. Aber auch die verwendeten Farben, eventuelle Aufdrucke oder Applikationen können dazu führen, dass Textilien nicht mehr kompostierbar sind. Und selbst wenn der Stoff komplett biologisch abbaubar ist, lohnt sich ein Blick auf das verwendete Nähgarn. Denn das besteht häufig aus Polyester. Von Knöpfen und Reißverschlüssen gar nicht zu reden.

Wie immer ist das auch wieder kein einfaches Thema. Trotzdem bleibt am Ende folgendes Fazit: Je naturbelassener die Wolle, desto besser für uns und die Umwelt!

Wenn du noch Fragen oder Anmerkungen zu diesem Thema hast, dann schreib sie doch gerne unten in die Kommentare!

Liebe Grüße

Deine Steffi

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Quellen:
https://www.igefa.de/wissenscenter/blog/biologisch-abbaubar-kompostierbar-und-biobasiert
https://biobagworld.com/de/umwelt/biologisch-abbaubar-und-kompostierbar/
https://www.wir-leben-nachhaltig.at/aktuell/detailansicht/wolle/
https://www.trigema.de/magazin/oekologische-kleidung/
https://schrotundkorn.de/umwelt/spezial-klartext-textilien-textilien-kompostieren

2 Gedanken zu „Fiber Fact Friday Nr. 7: Kompostierbarkeit von Wolle

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