Fiber Fact Friday Nr. 20: Tschakka Alpaka!

Die Werbeindustrie und die bunte Welt des Marketings bringen ja so einiges an Seltsamkeiten hervor. Unter anderem gibt es sogenannte Trendtiere, also Lebewesen, die sich – dem Anschein nach zufällig – plötzlich einer erstaunlichen Beliebtheit erfreuen. Fanden sich vor einigen Jahren vermehrt großäugige Eulen auf Kinderklamotten, Schultüten oder Rucksäcken, waren danach Wale und Füchse groß in Mode, bevor das Regenbogen-pupsende Einhorn allen die Show stahl. Allen? Nein, denn dann betrat das Alpaka die mediale Bildfläche.

Lama und Alpaka – Hauptsache Kamel

Wie zierlich Alpakas sind, sieht man oft erst auf den zweiten Blick.

Vielleicht hat die ein oder andere von euch jetzt schon die geistige Hand gehoben und „Moment mal!“ gerufen. Waren das nicht überall Lamas, die durch Internet-Memes, Instagram und Tiktok flanierten? Und wie erkennt man den Unterschied zum Alpaka überhaupt? Das ist – gerade bei den beliebten Comicversionen – tatsächlich nicht immer so ganz trennscharf zu erkennen. Beide gehören zur Familie der Neuweltkamele und sind in den südamerikanischen Anden zu Hause. Im direkten Vergleich sind Lamas deutlich größer und schwerer als Alpakas. Eine Schulterhöhe von 130 cm und auch gut und gerne an die 140 Kilogramm zeichnen Lamas gegenüber ihren kleineren Verwandten aus. Alpakas liegen eher bei 90 cm Schulterhöhe und bringen selten mehr als 60-80 Kilo auf die Waage. Ein sehr zuverlässiges Kriterium bei der Bestimmung ist die Form der Ohren: Lamas haben bananenförmige Lauscher, Alpakas kleinere, speerspitzenartige Ohren.

Und was sagen die Nadeln? Alpakawolle auf dem Prüfstand

Das für alle Stricker*innen aber Entscheidende ist natürlich das Thema Wolle und da ist der klare Sieger das Alpaka. Lamas sind in erster Linie Lastentiere und daher recht dünn bewollt. Zwar ist ihr Unterhaar weich und dicht, das Oberhaar aber eher grob und zottelig. Ganz anders der Flauschtraum Alpaka: leicht glänzend und seidig gehört ihr Haar zu den edlen und höherpreisigen Wollsorten. Gerade wenn es darum geht muckelig warm durch einen Wintertag zu kommen, ist Kleidung aus Alpakawolle die perfekte Wahl: Da die Faser innen hohl ist, bildet sie eine Isolationsschicht und hält die Wärme am Körper. Gleichzeitig ist sie – wie das Naturprodukt Wolle generell – atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend.

Kleidung aus Alpakawolle ist – auch das eine der vielen wunderbaren Eigenschaften von Wolle, Stichwort Selbstreinigungsfunktion – lange Zeit geruchsneutral. Auslüften reicht meistens schon, was auch gut ist, denn beim Waschen muss man mit Alpaka-Strickware sensibel umgehen: Sofern es sich um reines Alpaka ohne stabilisierende, andere Beimischungen handelt, ist die Waschmaschine tabu. Und auch bei der Handwäsche gilt: Weniger ist mehr. Ausdrücken ja, wringen und zerren nein.

Von weiß über braun bis fast schwarz kommt Alpakawolle in der Natur vor.

Zwischen Anden und Alpen: Alpakas als Weltenbummler

Alpakas sind an sich genügsame Tiere und relativ anpassungsfähig. Sie ernähren sich von Gräsern und Kräutern, brauchen reichlich Auslauf und sind soziale Herdentiere. Es gibt zwei verschiedene Typen von Alpakas, das Huacaya und das Suri. Beide haben herrlich weiche Wolle, allerdings ist die im Falle der Huacayas eher gekräuselt, während Suris glatte und gelockte Strähnen haben, die an ihnen herunterhängen (alias: die kuscheligsten Vorhangstangen der Welt). Doch egal welche Variante: Alpakas erfreuen sich nicht nur in ihrem Herkunftsland Peru, sondern zunehmend auch in anderen Teilen der Welt immer größerer Beliebtheit. Ob Nebraska oder Niederbayern – Alpakafarmen sprießen vielerorts aus dem Boden. Apropos Nebraska: In den USA wurde vor einigen Jahren die Haltung von Alpakas steuerlich begünstigt, was dort einen regelrechten Boom auslöste. Einen Beliebtheitsschub erfuhren die Flauschtiere aber auch von ganz anderer Seite – nämlich aus der Gamingszene. Im Videospiel Fortnite, einem Koop-Survival-Shooter, tauchte eine Piñata auf, die verdächtig an ein Alpaka (oder Lama, da scheiden sich die Geister) erinnerte. Wer eine solche Piñata findet, wird im Game mit jeder Menge digitalem Sonderzubehör belohnt. Von da aus war der Weg in die Sozialen Medien natürlich nicht mehr weit. Doch offenbar reichte es vielen Menschen nicht, die lustigen Gesellen nur in Pixeln zu erleben und so ist das Event „Alpaka-Wanderung“ für viele Züchter zu einem neuen Geschäftsfeld avanciert. Durch ihr freundliches Wesen, die weiche Wolle und den bedächtigen Passgang wirken die Tiere zudem sehr beruhigend und werden auch zu Therapiezwecken eingesetzt.

Süß und kuschelig, aber auch artgerecht?

Dass Alpakas gut fürs menschliche Wohlbefinden sind, dürfte euch spätestens nach diesem Beitrag klar sein. Allerdings ist das Thema Tierwohl und Umweltschutz hier bei ScreamingColours ja auch immer ein entscheidendes Kriterium. Erfreulicherweise ist es darum – anders als etwa bei Kaschmir – im Falle von Alpakawolle deutlich besser bestellt. Immer mehr Produzenten können GOTS-Zertifizierungen und andere Siegel vorweisen und der beschriebene Boom hierzulande sorgt dafür, dass es auch zunehmend regionale Alpakagarne gibt.

Deshalb können wir die heutige Ausgabe des Fiber Fact Friday auch mit einer Ankündigung beenden: Bald zieht eine neue Garnbasis in den Shop ein. Sie heißt ColourPaco und besteht aus 100% flauschigem Alpaka, genauer gesagt Baby-Alpaka. Den Begriff ‚Baby‘ bekommt eine Fasern vorangestellt, wenn diese aus der allerersten Schur eines Tieres stammt. Diese Fasern sind ganz besonders flauschig, weil sie ja vorher noch nie geschnitten wurden. Mit jedem Schnitt eines Haares bleibt eine Schnittkante zurück. Die ist zwar natürlich sehr klein. Allerdings sorgt sie trotzdem dafür, dass die Fasern eine Winzigkeit ihrer Flauschigkeit einbüsen.

Nicht so bei ColourPaco. Denn da ist es ja Baby-Alpaka. ColourPaco ist ein Garn in Bulky-Weight. Also riiiiiiichtig schön dick und kuschelig. Mit 100m auf 100g ist es perfekt für schöne dicke Mützen, Schals oder auch Cardigans. Das Garn geht erstmal nur in kleiner Testauflage in der Kategorie Specials am kommenden Montag gegen 19 Uhr online. Wenn es beliebt ist, darf es natürlich auch einen festen Platz im Hause ScreamingColours einnehmen.

Und da heute passenderweise Weltknuddeltag ist, hat Steffi für dich sogar noch ein kleines Zuckerl obendrauf gepackt. Ab heute (21.01.2022) bis einschließlich 24.01.2022 kannst du 10% auf das komplette Sortiment sparen. Du brauchst dafür nur den Code ‚Knuddeln‘ im Checkout eingeben oder du shoppst einfach direkt über diesen Link (klick). Dann sparst du dir das Eintippen des Codes.

Alpakas retten die Welt?

Hier schalte ich (Steffi) mich nochmal kurz dazwischen. Denn es gibt ganz neue News zu Alpaka, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Und zwar scheint es ganz so zu sein, dass Alpakas uns schon sehr bald im Kampf gegen Sars-CoV-2 helfen können. Mit ihrer Hilfe entwickelt man gerade sog. Nanobodies. Das sind Mini-Antikörper, die besonders wirkungsvoll das Virus bekämpfen. Sie sollen sogar 1.000 mal besser das Virus neutralisieren als die bisherig entwickelten Antikörper. Aktuell forscht das Göttinger Max-Planck-Institut daran, daraus ein Medikament zu entwickeln.

Dabei haben 3 zuckersüße Alpakastuten geholfen, die zunächst einmal Teile des Spike-Proteins des Coronavirus injiziert bekommen haben. Anschließend hat man ihnen kleine Mengen an Blut abgenommen, um die Antikörper zu extrahieren. Die Tierchen haben dabei nur eine geringe Belastung gehabt, heißt es aus Instituts-Angaben. Wenn die klinischen Tests des neuen Medikaments gut verlaufen, könnte es also wirklich sein, dass Alpakas bald die Welt retten. Ist das nicht eine schöne Vorstellung?

Mit wolligen Grüßen,
Eure No-Drama-Lama Judith

PS: Für den Fiber Fact Friday wurden übrigens keine Mühen gescheut und Judith „musste“ zu Recherchezwecken dringend (!) eine Alpaka-Wanderung unternehmen. #reporterinnenehre

PPS: Und hier schalte ich (Steffi) mich nochmal ein: Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat und du von Judith richtig viel lernen konntest, dann würden wir uns sehr freuen, wenn du die Arbeit an diesem Blog ein wenig unterstützen magst. Kaufe uns hier einfach einen kleinen Kaffee für nur 3 Euro! Oder teile den Blogbeitrag ganz einfach und kostenlos auf Social Media mit deinen Freunden! Das würde uns die Welt bedeuten! :-*

Quellen:

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